26.06.2026 12:30
Die Bundeskommission des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ besucht in diesem Jahr 26 Dörfer, die sich aus insgesamt 1.221 Teilnehmern auf Kreisebene für das Bundesfinale qualifiziert haben. Aus Sachsen sind die Dörfer Ruppendorf aus der Gemeinde Klingenberg im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge sowie Dörgenhausen, ein Ortsteil der Stadt Hoyerswerda im Landkreis Bautzen, unter den Finalisten. Die Besichtigungen finden seit Anfang Juni bis Anfang Juli 2026 statt.
Der Wettbewerb legt den Fokus auf bürgerschaftliches Engagement und sucht Dörfer, deren Gemeinschaft aktiv daran arbeitet, den Ort attraktiv und lebenswert zu erhalten. Bewertet wird dabei vor allem die Qualität der Entwicklungsschritte der vergangenen Jahre, nicht allein der erreichte Stand.
Die Ermittlung des Bundessiegers erfolgt in einem dreistufigen Verfahren. 2024 wurde auf Kreisebene entschieden, wobei Ruppendorf als Sieger und Kleinnaundorf als Zweitplatzierter hervorgingen. Im Jahr 2025 setzte sich Ruppendorf erneut als Sieger beim Landeswettbewerb durch, während Dörgenhausen den zweiten Platz belegte und Kleinnaundorf mit einem Sonderpreis ausgezeichnet wurde. Nun treten diese drei Dörfer gemeinsam mit weiteren 23 Finalisten im Bundesfinale 2026 an.
Motto von Ruppendorf „Machen ist wie wollen, nur krasser“
Am Freitag, dem 26. Juni 2026, trafen sich nun 14 Mitglieder der Kommission und Landrat Michael Geisler mit Vertretern von Ruppendorf an der Ruine der Wasserburg im Ortskern des Dorfes, um dessen Entwicklung anschaulich zu präsentieren. Die geladenen Gäste wurden mit dem Steigerlied begrüßt, bevor der Rundgang durch das Dorf startete.
„Zu Beginn meiner Amtszeit konnte bereits ein Dorf aus der Region den Bundeswettbewerb für sich entscheiden. Es wäre eine große Ehre und Bestätigung der engagierten Dorfentwicklung, wenn nun erneut ein Dorf aus dem Landkreis, diesmal aus dem Osterzgebirge, diesen bedeutenden Wettbewerb nach Hause bringen würde.“, zeigte sich Landrat Michael Geisler überzeugt, der während des Dorfrundganges an den zahlreichen Stationen mit verschiedensten Vertretern ins Gespräch kam. „Während des Rundgangs zeigte sich wieder mal deutlich, dass die Gemeinschaft ihrem Dorf verbunden ist und sich engagiert für dessen Entwicklung einsetzt“. Die jahrelangen Vorbereitungen und kreativen Ideen zahlten sich bis hierhin aus; Ruppendorf beeindruckte in jedem Prüfschritt.
Zu den Maßnahmen der Dorfentwicklung zählen unter anderem eine aktive Bürgerbeteiligung, die durch offene Zukunftswerkstätten gefördert wird, in denen Einwohner, Fachleute und Partner gemeinsam an der Gestaltung des Ortes mitwirken. Zur besseren Koordination und Transparenz wurde eine eigens entwickelte Dorf-App eingeführt, ergänzt durch eine digitale Kartengrundlage, die die Planung und Organisation von Arbeitseinsätzen und Projekten erleichtert. Mittlerweile kann die Anwendung über 600 Teilnehmer zählen. Die Aufwertung des Ortsbildes erfolgt durch Pflanzkübel mit Patenschaften sowie weitere Begrünungs- und Gestaltungsmaßnahmen, die das Erscheinungsbild des Dorfes nachhaltig verbessern. Ergänzend dazu tragen Öffentlichkeitsprojekte zur Stärkung der Dorfidentität bei, wie der Schwibbogen am Buswendeplatz, der mit einem eigens gedichteten Lied verbunden ist, sowie die Planung zur historischen Präsentation der Wasserburg als Wahrzeichen in einem interaktiven 3D-Modell.
Die Besuche der Bundeskommission bieten den teilnehmenden Dörfern die Chance, die geleistete Arbeit einem breiteren Publikum zu zeigen und Impulse für die weitere Dorfentwicklung zu erhalten. Die finalen Entscheidungen des Bundeswettbewerbs werden nach Abschluss der Besichtigungen bekanntgegeben.