12.02.2026 08:40
Die Schulaufnahmeuntersuchungen, welche durch den Kinder- und Jugendärztlichen Dienst des Landkreises durchgeführt werden, bieten eine solide Grundlage zur Einschätzung des gesundheitlichen Entwicklungsstandes von Kindern der Region im Vorschulalter. Neben körperlicher Gesundheit werden verschiedene Entwicklungsbereiche untersucht, welche für einen guten Start in den Schulalltag wichtig sind.
Entwicklung von Sprache und Sprechen sowie Koordination und Konzentration auffällig
Über die Untersuchungsjahre hinweg zeigte sich, dass der Entwicklungsbereich Sprache und Sprechen immer wieder die meisten Auffälligkeiten aufweist. Dies bestätigte sich erneut im Untersuchungsjahr 2024/2025. Bei rund 37 Prozent der Kinder wurde hierbei ein auffälliger Befund dokumentiert. In die Beurteilung flossen dabei unter anderem die korrekte Artikulation einzelner Vokale und Konsonanten, das Sprachgedächtnis oder Probleme im Redefluss ein.
Die Auge-Hand-Koordination war für ca. 23 Prozent der Kinder schwierig. Diese Fähigkeit ist in der Schule beispielsweise für das Schreiben und Malen wichtig. Rund 21 Prozent der Kinder hatten Schwierigkeiten mit dem Konzentrationstest. Bei der Überprüfung der Körperkoordination bzw. der grobmotorischen Fähigkeiten zeigten ca. 23 Prozent der Kinder funktionelle Einschränkungen. Das Gewicht der Vorschülerinnen und Vorschüler im Landkreis liegt allgemein im gesunden Bereich. Es konnten 80 Prozent der Kinder dem Bereich des Normalgewichtes zugeordnet werden.
Regionalstelle für Gesundheitsförderung berät und unterstützt
Die Kita ist ein Ort, der chancengerechtes Aufwachsen für alle Kinder ermöglichen soll. Die Regionalstelle für Gesundheitsförderung in der Kita nutzt deshalb die anonymisierten Ergebnisse aus den Schulaufnahmeuntersuchungen, um Kindertageseinrichtungen und Kita-Träger fachlich zu beraten und bedarfsspezifische Ansätze zur Förderung der Gesundheit der Kinder zu entwickeln.
Insbesondere wird der Bedarf an Maßnahmen der Sprachförderung gesehen. Dies betrifft nicht nur die Kitas, sondern auch die Familien, in denen das Vorlesen von Büchern durch die Eltern sowie das (Nach-)Erzählen-Lassen der Geschichten durch die Kinder in den Familienalltag eingebaut werden können. In den Kitas könnten darüber hinaus das gemeinsame Reimen, Singen oder Spielen von Rollenspielen stärker in den Fokus genommen werden. Weiterhin liegt vermehrt der Schwerpunkt in einem reduzierten und altersgerechten Medienkonsum bei Kindern im Kleinkind- und Kita-Alter.
Entscheidet sich eine Kita dafür, Gesundheitsförderung stärker anzugehen und umzusetzen, kann sie durch die Regionalstelle Unterstützung erhalten und dies in ihrem Konzept verankern. Das Projekt Regionalstelle für Gesundheitsförderung in der Kita läuft noch bis Ende des Jahres 2026. Ziel bis dahin ist es, so vielen Einrichtungen, Trägern und Kommunen wie möglich eine Beratung und Auswertung ihrer Daten zu ermöglichen. Die Kontaktaufnahme und Terminvereinbarung erfolgt unter E-Mail: gesunde.kita@landratsamt-pirna.de oder Telefon: 03501 515-2323 bzw. -2363.
Die Regionalstelle für Gesundheitsförderung in der Kita zur Verbesserung gesundheitlicher Chancengleichheit im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge wird finanziert über das GKV-Bündnis für Gesundheit Sachsen: